Eine letzte Runde noch…

…dann ist Schluss. Am Ende der Nacht, wenn die Luft dick ist von Bierdunst und Zigarettenrauch, und die Kerzen heruntergebrannt sind, eröffnet sich den wenigen Übriggebliebenen an der Bar eine Dimension jenseits der linearen Zeit. Hier treffen zugezogene Selbstverwirklicher und erfolglose Kreative auf Neuköllner Urgesteine. Die Gespräche drehen sich um die unverwirklichten Träume, materiellen Nöte und unbeantworteten Sinnfragen ihrer Existenzen. Hinterm Tresen steht Barkeeper „Kalle“, dem die Erinnerung an diese schnapsseligen Stunden oft abhanden kommt, der damit aber auch die quälenden Gedanken an seine finanziellen Probleme und an die gescheiterte Schauspielkarriere vergessen kann. Und Barfrau „Gwendolyn“, die mit Zurückhaltung in den nächtliche Kosmos eintaucht, die aber darin bald eine Quelle der Inspiration für ihren Roman findet. Die Serie The Last Order erzählt chronologisch rückwärts von einem Kreislauf des Vergessens und der Rekonstruktion von Erinnerung an diese letzten Stunden der Nacht. Nach und nach entfalten sich so die Geschichten der Stammgäste: Da ist zum Beispiel Kalles Kumpel und Gläubiger „Piet“, dessen Autohandel nicht ganz legal ist, und der sich ausgerechnet in den Kiezpolizisten „Heiner“ verliebt. Und die alleinerziehende „Martina“, überredet Kalle, in ihrer Kellertheater-Produktion mit zu spielen, oder „Boris“, der sich aufgrund einer Sinnkrise als Dauertourist auf Gwendolyns Gästecouch eingenistet hat. Und in der Ecke sitzt Harri, der die Bar besser kennt als irgendjemand sonst, da er seinen Platz am Tresen schon seit mehreren Barkeeper-Generationen behauptet.

about

The Last Order ist ohne jegliche finanzielle Unterstützung entstanden – weder öffentliche Fördermittel noch Sponsorengelder oder Crowdfunding wurden für das Projekt herangezogen. Die jahrelange Erfahrung der Filmemacher/innen und Darsteller/innen vor und hinter dem Tresen hat das Projekt maßgeblich beeinflußt. Hauptdarsteller Jan Lemke führt auch im echten Leben eine Bar, und auch Hauptdarstellerin Anne von Keller hat viele Jahre Erfahrung als Barfrau. Die Filmemacherinnen haben ebenfalls lange in Bars ihr Geld verdient, durch Tresenarbeit wurde die Finanzierung des No(!)-Budget Projekts erst möglich. Als sozialer Raum und als Drehort war die Bar Dreh- und Angelpunkt der Serie: 7 Episoden spielen im Gastraum des Circus Lemke in Neukölln, den es uns zum Drehen zur Verfügung gestellt hat. Auf gut 50 Quadratmetern haben wir uns für fast 30 Tage hinter abgedunkelten Fenstern eingesperrt, täglich ab 7 Uhr morgens bis 17 Uhr abends, wenn die Kerzen angezündet und die Rolladen hochgekurbelt wurden, und der Ausschank wieder begann – manchmal bis wir am nächsten Morgen wieder mit dem Aufbau begannen. Während draußen der Frühling in vollem Gange war, haben wir bei Kerzenlicht den Bierdunst der Nacht eingeatmet. Freunde und Familienmitglieder haben mittags für uns gekocht, wenn der Blutzuckerspiegel in den Keller ging. Aus Platz- und Ressourcenmangel haben wir mit einem winzigen Team gearbeitet: Für Kamera, Licht, Regie, Produktion, Requisite, gelegentlich für den Ton und des öfteren für das Catering waren wir zu zweit verantwortlich. Maske und Kostüm brachten die Schauspieler selbst mit ein. Ohne den unermüdlichen und kreativen Einsatz der Schauspieler/innen, der Tonleute, zahlreicher Freunde und weiterer Helfer nicht realisiert werden können. Diese Hilfe zu erbitten, ohne eine finanzielle Gegenleistung anbieten zu können, ist für uns nicht selbstverständlich. Umso schöner ist es zu erleben, dass diejenigen, die sich uns angeschlossen haben, dieses Projekt mit Begeisterung tragen und es zu ihrem eigenen gemacht haben. Dafür sind wir unendlich dankbar und freuen uns sehr darüber. Unvermeidliche Ausgaben wie Teamverpflegung, Requisiten und Technikmiete hat falscherfilm.org aus Eigenmitteln finanziert. Bei unseren Sponsoren bedanken wir uns für Unterstützung in Form von Getränken, Ermäßigungen und Kostümleihgaben!

Die Episoden

EP1: You Must Know Something

Erst als Martina nach ihm fragt, fällt auf, dass Kalle seit Tagen verschwunden ist. Jeder hat eine andere Vermutung, wo er stecken könnte …

EP2: Das wird schon alles

Die Party ist schon die ganze Nacht im Gange, trotzdem ist die Kasse leer. Denn es geht ja nicht nur ums Geldverdienen…

EP3: Du auch hier?

Gwendolyn mixt Cocktails, Martina wünscht sich mehr „Professionalität“ bei den Theaterproben. Als Gwendolyn kündigt, fällt Kalle aus allen Wolken. Piet wartet währenddessen auf sein erstes Date mit dem Kiezpolizisten Heiner …

EP4: Der Businessplan steht

Gwendolyn ist in einer kreativen Krise, Kalle bekommt unerwartet Besuch und rätselhafte Kurznachrichten. Und andere Gäste unterhalten sich mit einem Fisch.

EP5: Die Gewinnbeteiligung

Während sie auf Kalle warten, kommen Gwen und Piet sich näher. Auch Kati hat noch eine Rechnung offen mit Kalle. Als er endlich auftaucht bekommt Kalle, dessen Rolle aus dem Drehbuch gestrichen wurde, von Martina eine Rolle angeboten, die ihm auf den Leib geschrieben ist.

EP6: Einer geht nie

Kalle bleibt heute nüchtern, Angela zeigt dafür wenig Verständnis. Gwendolyn will über Details sprechen, Details wovon bleibt bis zum Ende unklar… bis es soweit ist, überschlagen sich die Ereignisse.

EP7: Auf Charlie!

Was tun mit Charlies Fisch? Wer ist Charlie überhaupt? Und wozu sind Bars eigentlich da?

Cast

Jan Lemke - Kalle
Anne von Keller - Gwendolyn
Hubertus Hiess - Piet
Thomas Georgi - Boris
Tediyan Volkmar - Harri
David Bredin - Heiner
Anjorka Strechel - Kati / Helen
Alicia Agustín - Martina
Katharina Bellena - Angela
Klaus Schindler - Walter
Jan Dose - Burkhard
Simon Petre - Poet
Alexandra Medyanikova - Svetlana
Balz Isler - der Graf

und ausserdem
Nathan Vanderpool - Musiker
Meike Heller & Roman Dashuber - Swingtänzer
Tobias Galitzien, Christina Anders, Karoline Lerche - Dilettanten
Aaron Conrad & Thibble Brandon McMahon - Internationals
Casper Gottliebsen
Nina Berclaz
Lydia Hertäg
Alexandra Finkle
Philipp Holtmann
Charles PCB Burndam
Shoshin Raguse
- Party-Tänzer

Crew

Idee & Konzept - Julia Hertäg & Henning Röhrborn
Drehbuch - Julia Hertäg
Kamera & Licht - Henning Röhrborn
Ton - Liam Dorrity, Aaron Conrad Thibble, Brandon McMahon
Schnitt & Soundediting - Ricardo Rojstaczer
Regie - Julia Hertäg & Henning Röhrborn
Farbkorrektur - Juan Pablo Baez, Thiago G. Lullis
Soundediting & -design - Sven Laux
Dialog-Edit - Philip Mandelartz
additional Sounddesign & Data Wrangling, DCP - Henning Röhrborn
Voice-Over Text - Ilinca Florian
Übersetzung und Untertitel - Julia Hertäg & Peter Kuras
Logo-Animation - Lars Schmidt
Logo-Design - Jan-Patrick Meyer
Webseite/td> - Leonardo Loewe
Bar-Design - Kai Arne Wienberg
Fight-Choreographie - Volkram Zschiesche
Produktionsassistenz - Golo Hennig, Katharina Frucht
Produktion - Julia Hertäg & Henning Röhrborn


Herzlichen Dank

Circus Lemke, Gernot Bayer, N°aroma, Fred Maucksch,
Lydia Hertäg, Uta Röhrborn, Peter Kuras, Andreas Barthelmes,
Miron Schmidt, Hannah Markus, Christin Sommerfeld,
Guido Fath, Eran Kedar, Dennis Albrecht
Mathias Gruschwitz (Thomas Henry)
Benjamin Trommler (Partisan)
Teresa Ciuffoletti & Sina Schmidt
Berit Jung, Karoline Körbel, Alexander Beierbach & Torsten Papenheim


Besonderer Dank an

Melanie Stahl, Urs Jucker, Henrick Zimmermann, Marina Epp, Daniel Roth, Annika Ernst, Laura Block, die bereits 2013 einen allerersten ->Trailer mit uns gedreht haben… und an Karol (R.i.P.)

Musik

Die Stimmung jeder Folge wird nicht nur von einem eigenen Soundtrack getragen – die Musik ist oft Teil der Erzählung selbst. Die Musikerinnen treten selbst in der Serie auf und bilden einen Teil des Kosmos, in dem Musik so essentiell ist wie die Luft zum Atmen und der Schnaps. So sitzt in der ersten und letzten Folge Nathan Vanderpool mit der Gitarre am Tresen und verliert sich in seinen Songs, die von Exzess und Delirium handeln. In Folge 3 tritt Joanna Gemma Auguri als eine Art Fata Morgana in Erscheinung und lässt ihren schwermütigen Gesang mit Akkordeon in die Szenerie fließen. Im Soundtrack zu Folge 5 wiederum hören wir die Stimme von Hauptdarstellerin Anne von Keller, deren Band Sorry Gilberto den Soundtrack beisteuert. Allen Musikerinnen ist gemeinsam, dass sie in Berlin zu Hause sind, viele stammen aus dem Umfeld der Bar.

Episode 1:

Nathan Vanderpool
& Queen Sacrifice

Nathan Vanderpool

Cry Bebe

Sober Song

Save Yourselves

(with Teresa Ciuffoletti & Sina Schmidt)
recorded @ Circus Lemke by falscherfilm.org (nov 2015)
Episode 2:

the Saugn+pfels

The Saugnäpfel

icke in Neukülln

Fiderallala

jetzt sei doch nicht so, wie Du aussiehst

Rare Birds

tille

inasmuch as

from the albums:

„one day“
„We will come tomorrow trotzdem!“
Episode 3:

Joanna Gemma Auguri
& the Cold Hand

joanna-gemma-auguri

Green Water

The Island

Music by Joanna Gemma Auguri, Felix Classen and Lukas Lonski
Lyrics by Joanna Gemma Auguri

from the „Green Water EP“

Scarecrow

Like Flies To God

Music by Joanna Gemma Auguri, Anton Maiof
Lyrics by Joanna Gemma Auguri

from the Album „paperships“
Episode 4:

Tru Cargo Service

Tru Cargo Service

harry s. truman

special teeth profiles shifting

selected characters

interstice

kiesch

recorded @ fincan/neukölln
by falscherfilm.org (nov 2015)

alexander beierbach – tenor saxophone
torsten papenheim – compositions, guitar
berit jung – double bass
karoline körbel – drums

Episode 5 & Titelsong:

Sorry Gilberto

Nathan Vanderpool

Dear Passengers

The Masterpiece

Diary of dirty dresses

Last Book

Iove but zero

Neil Young (on an aeroplane)

Sweet Song

Why Afraid

from the albums
„it was the longest day and we didn´t know, how to end it“
„Memory Oh“
„Construction Work & Stormy Weather“ // 2012
Episode 6:

Air-Cushion-Finish

Air Cushion Finish

Going Home

Einzugstunnel

Pockets Notempty

Ohne Titel

The When Den

from the albums
„Puff Pastry" (11/2014)
„Spree“ (05/2014)
„lilli" (04/2012)

Episode 7:

Die Dilettanten

die Dilettanten
alles weitere und Copyright ©

falscherfilm.org